Informationen über Meerschweinchen

Meerschweinchen wurden schon bei den Inkas domestiziert. Sie sind sehr gesellige Tiere, die, wenn man sie in Gruppen hält, ihr wahres Können zeigen. Deshalb ist von einer Einzelhaltung dringend abzuraten. Auch die von einigen Züchtern propagierte Haltung mit Kaninchen, ist nicht zum Vorteil für die Meerschweinchen. Meerschweinchen brauchen gerade jemanden mit dem sie sich den ganzen Tag "unterhalten" können. Auch ist das Sozialverhalten ein anderes. Zudem benötigen Meerschweinchen zusätzlich Vitamin C über das Futter, was Kaninchen selber produzieren können. Also, alles Fakten die gegen eine Vergesellschaftung von Kaninchen und Meerschweinchen sprechen.

Was sollte alles in einem Käfig ?

Zunächst sollte man vor dem Kauf bedenken, wo soll das neue Familienmitglied ( besser die neuen Familienmitglieder ) ihr Plätzchen in der Wohnung finden. Der Käfig sollte mindestens 100 x 50 cm Grundfläche haben. Besser sind natürlich 120 x 60 oder 140 x 70 cm oder die doppelstöckigen Varianten. Diese Käfiggrössen werden auch vom Handel angeboten und sind in der Anschaffung nur unwesentlich teurer - Ihre neuen Mitbewohner werden es Ihnen später danken. Der Platz für den Käfig sollte so gewählt werden, dass er nicht zu dunkel, aber auch nicht direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt ist. Auch sollte der Käfig vor Zugluft geschützt stehen.

Am bzw. im Käfig sollte sich vom ersten Tag an folgendes befinden Trinkflasche

Fressnapf für Trockenfutter

Heuraufe / Futterball

Schlafhäuschen / Schlafhöhle

Optional :Salzleckstein

Bei mir haben sich als Einstreu Hobelspäne aus Weichholz bzw. Hanf mit einer Lage Stroh darüber bestens bewährt. Um Geruchsbildung zu vermeiden und den "Quiekern" ein angenehmes Zuhause zu bieten, sollte spätestens alle 5 Tage eine Käfigreinigung inklusive Austausch der Einstreu vorgenommen werden.


Meerschweinchen können wie wir Menschen kein körpereigenes Vitamin C aufbauen,

benötigen dies aber für das tägliche Leben! Also sollte eine Trockenfuttersorte gewählt werden, die auch reich an Vitamin C ist bzw. dem Vitamin C in ausreichender Menge zugesetzt ist. Auch sollte das Trockenfutter in sich ausgewogen sein. Bewährt haben sich Pelletts, da Körner zu energiereich sind und so zum Verfetten der Meerschweinchen beitragen und auch ein Aussortieren von bestimmten Futtersorten durch die Meerschweinchen erschwert wird. Als Faustregel gilt eine Trockenfuttermenge von ca. 20 g pro Tag und Tier. Ein guter Züchter weiss um die Probleme bei dem Trockenfutter und wird Ihnen sicherlich auch ein gutes Futter empfehlen. Dies sollte auch Gegenstand beim Verkaufsgespräch mit dem Züchter sein. Dieser weiss am Besten um die Gepflogenheiten seiner Tiere, was sie mögen und was nicht. Ich gebe immer eine Tüte von meinem Futter zur Eingewöhnung mit. Natürlich reicht das Trockenfutter nicht aus. Stets und ständig muss Heu zur freien Verfügung angeboten werden! Hier ist es egal, ob man Heu vom Bauern oder aus dem Handel füttert. Auch werden im Handel Wiesengrasbriketts bzw. -cobs angeboten. Diese werden auch nach einer Umgewöhnungszeit von den Meerschweichen akzeptiert. Diese Briketts bieten auch gleichzeitig für die Meerschweinchen die Möglichkeit der Abnutzung der ständig nachwachsenden Zähne. Auch stellen diese Briketts eine gute Alternative für heuschnupfengeplagte Menschen dar. Diese Futterkomponenten müssen jeden Tag zur Verfügung stehen. Aber wer will immer das Gleiche essen ? Deshalb sollte täglich ein anderes , vitaminreiches Saftfutter angeboten werden. In der warmen Jahreszeit ist natürlich Wiesengras mit all seinen Varianten das Beste was man seinen Lieblingen bieten kann. Am Besten man stellt ein Gehege auf die Wiese, sorgt für Schatten im Gehege ( Schilfrohrmatten aus dem Baumarkt haben sich bei mir gut bewährt ) und lässt die Meerschweinchen "Rasenmäher" spielen. Das machen sie sehr gründlich und gleichzeitig wird auch die Wiese "gedüngt".

In der kalten Jahreszeit oder bei Regenwetter haben sich bei mir folgende Obst- und Gemüsesorten bewährt :

Möhren
Äpfel
Melonen
Zitrusfrüchte ( Orangen, Mandarinen )
Gurken
Rote Beete
Fenchel
Chicoree
Chinakohl
Endivien
Kohlrabi ( auch die Blätter )
Salat ( in Maßen, wegen hohem Nitratgehalts )
Blumenkohl / Broccoli
Futterrüben
Mais ( am besten frisch und als komplette Pflanze)


Des weiteren muss dem Meerschweinchen Wasser zum Trinken angeboten werden. Manche Meerschweinchen sind Trinkflaschen nicht gewohnt oder benötigen kein / nicht so viel Wasser. Es gibt aber auch regelrecht "Wassersäufer" bei mir. Ich biete meinen Meerschweinchen das Wasser über Trinkflaschen an. Die Meerschweinchen lernen dann den Umgang mit den Trinkflaschen voneinander. Auch bietet sich die Möglichkeit an, in der kalten Jahreszeit Vitamintropfen dem Trinkwasser beizufügen, um so die Grundversorgung der Meerschweinchen mit Vitaminen zu verbessern. Da die Zähne der Meerschweinchen ständig nachwachsen, sollte auch unseren Lieblingen eine Möglichkeit zum Abrieb der Zähne zur Verfügung stehen. Trockenes Brot oder Brötchen werden mit Vorliebe genommen. Auch ungespritzte Obstzweigen werden gern beknabbert. Gleichzeitig bieten gerade diese Zweige Gestaltungsmöglichkeiten für das Meerschweinchenheim.

In der kalten Jahreszeit kann man auch Abwechslung durch getrocknete Kräuter auf dem Speiseplan der Meerschweinchen bringen. Gerde Grüner Hafer, Grüner Weizen, Löwenzahn, Sonnenhut, Pfefferminze werden von den Meerschweinchen sehr gerne geknabbert.

Zur Versorgung Ihrer Meerschweinchen sollte nicht nur die tägliche Futtergabe und die Reinhaltung des Meerschweinchenkäfigs zählen, sondern auch die mindestens wöchentliche Kontrolle von Krallen, Zähnen, Augen, Ohren, Fell und Gewicht der Meerschweinchen. Verhält sich ein Meerschweinchen anders als gewohnt ( kommt nicht mehr beim Rufen nach vorne, bettelt nicht mehr um das Lieblingsfutter) , so stimmt was nicht mit Ihrem Liebling. Zögern Sie nicht einen Tierarzt oder Züchter zu kontaktieren. Gerade der schnelle Gang zum Tierarzt kann lebensrettend für Ihren Liebling sein. Tritt erst einmal eine Krankheit bei Meerschweinchen auf, dann bauen diese sehr schnell ab. Manche Krankheiten verlaufen so akut, dass innerhalb von wenigen Stunden der Tod eintreten kann.

Die Krallen sollten nicht länger als nötig sein. Deshalb wird man um ein Kürzen der Krallen auf Dauer nicht herumkommen. Mit einer Krallenschere aus dem Handel kann man die Krallen sehr gut kürzen. Bei hellen Krallen ist der durchblutete Teil sehr gut sichtbar - bei schwarzen Krallen gehört ein bisschen Geschick und Übung dazu, den durchbluteten Teil der Kralle nicht einzuschneiden. Ein Tierarzt oder Züchter zeigt Ihnen sicherlich, was Sie kürzen können und was nicht.

Nun noch ein Wort zum Fell :

Bei der wöchentlichen Kontrolle oder bei den täglichen Streicheleinheiten kann man das Fell auf mögliche Wunden oder Kahlstellen untersuchen. Möglicher Pilz- oder Milbenbefall kann dadurch frühzeitig erkannt und behandelt werden. Pilz- oder Milbenbefall von Meerschweinchen hat nicht zwingend mit schlechten Haltungsbedingungen zu tun. Gerade bei feuchtwarmer Witterung kann es auch bei guten Haltungsbedingungen zu einem Befall durch die Fütterung von Stroh und Heu kommen. Ihr Tierarzt kann Ihren Tieren umgehend helfen. Bei Milben ist die Gabe von IVOMEC angezeigt. Pilze müssen genau spezifiziert werden und werden dann auch mit unterschiedlichen Cremes auf den betroffenen Hautpartien behandelt. Vorsicht Zoonosegefahr, da Pilze manchmal auch den Menschen anstecken können.

Langhaarige Meerschweinchen erfreuen sich seit langer Zeit zunehmender Beliebtheit. Jedoch sollte man beachten, dass das Haar auch ständig nachwächst ( ca. 1 cm pro Monat ). Deshalb wird es von Zeit zu Zeit nötig sein, die Haarpracht zu kürzen. In Deutschland ist ein Wickeln der langen Haaren aus Tierschutz untersagt. Eine bodenlange Haltung der langen Haare ist auch zum Vorteil für die Meerschweinchen. Verknotet mal eine Haarsträhne, dann sollte dieser aus dem Fell ausgeschnitten werden. Unterbleibt dies, wird der Knoten immer grösser.